Somatischer Yoga - verkörperte Anatomie

Somatischer Yoga - verkörperte Anatomie

In diesem Workshop erleben wir Anatomie über das sehen, berühren und bewegen. Wir beschäftigen uns mit der Ausrichtung über die Knochen und der tief liegenden Muskulatur (Psoas, Hamstrings) und erfahren, wie wir uns innerlich verbinden und organisieren und gleichzeitig mit dem Aussen eine Beziehung und ein Gleichgewicht finden können. Im Yoga kann das bedeuten, dass wir die Stellungen effizienter, korrekter und mit mehr Leichtigkeit einnehmen und gleichzeitig Spannungen und Schmerzen verhindern lernen.

Somatik beschäftigt sich mit der Soma, dem lebendigen Körper, wie wir ihn von innen selbst wahrnehmen. Wird ein Mensch von aussen betrachtet, von einer anderen Person also, wird die Erscheinung eines Menschen wahrgenommen. Diese zwei Möglichkeiten, einen Menschen zu betrachten sind ein natürlicher Teil der menschlichen Natur. Wir sind gleichermassen fähig, uns innerlich als auch äusserlich uns selbst bewusst zu sein. Die von innen wahrgenommene Soma ist grundsätzlich verschieden von einem Körper, nicht weil das Subjekt ein anderes ist, sondern weil die Art des Blickwinkels verschieden ist.Wir verstehen also unter dem Begriff Soma die lebendige, von innen kommende Wahrnehmung von sich selbst. Wir grenzen sie gegenüber dem physiologischen System „Körper“ mit den objektiv messbaren Eigenschaften ab.

Somatik arbeitet körperzentriert mit der Schulung des Körperbewusstseins, mit Berührung und Bewegung. Der amerikanische Feldenkrais Lehrer und Begründer einer eigenen Methode - Thomas Hanna prägte den Begriff Somatics Ende der 60er Jahre. Er definierte Somatics als das „Feld, in dem das Soma erforscht wird, d.h. der von innen, durch Selbstwahrnehmung wahrgenommene Körper.“ Wie viele seiner KollegInnen forschte Hanna mit dem Ziel zu verstehen, wie lebendige Körper sich selbst regulieren und wie Menschen durch gezielte Aufmerksamkeit - Schulung ungünstige und bis dahin unbewusste Muster der Bewegung und des Verhaltens wahrnehmen und verändern können.

Im somatischen Yoga verbinden sich östliche Yoga Traditionen mit westlichen somatischen Methoden (verkörperte Anatomie, Body Mind Centering, Laban/Bartenieff Bewegungsstudien, Feldenkrais, Klein Technique™ etc). Der Körper (Soma) wird im somatischen Yoga von innen erlebt und nicht von aussen angeschaut und gestaltet als wäre er ein Objekt, das in eine möglichst ideale Form gebracht werden muss. Im somatischen Yoga stärken wir die Wahrnehmungsfähigkeit zu uns selbst und schaffen dadurch Vertrauen in unser Körpererleben. Wir spüren, verbinden, integrieren, erkennen und nehmen uns auf einer tiefen Ebene wahr.

Verkörperte Anatomie ermöglicht uns, innewohnende Prozesse zu verstehen; sie erklärt natürliche Beziehungen und Verbindungen innerhalb des Körpers und unterstützt unser intuitives Wissen über organische Bewegungsabläufe. Dadurch fördern wir unser Verständnis dafür, wie die inneren Beziehungen die äussere Asanaform bestimmen. Die Asanaform entsteht über das erforschen von somatischen Prinzipien und wächst vom Innen ins Aussen.

Workshop Informationen

Kursleitung: Pia Fischer (Berlin)
Wann:
26. Oktober von 13.00 - 17.00 Uhr
27. Oktober von 09.30 - 13.30 Uhr -
 
Kosten: CHF 90,- je Termin • beide Termine CHF 150.-
Informationen: www.somatic-yoga.ch
E-Mail: mail@somatic-yoga.ch
mobil germany +49175 911 12 28
mobil switzerland +41793614845

Biografie Pia Fischer

Elisabeth C. Buri Sketch Portrait

Anfänglich habe ich hauptsächlich Yoga noch Sivananda geübt und unterrichtet, später hat sich mein Interesse über Anusara Yoga, Ananda Yoga, Ayurveda Yoga zu Yogadance entwickelt. Da ich als Therapeutin immer auch ein grosses Interesse an korrekten Stellungen und an der Wiederherstellung von eingeschränkten Funktionen nach Verletzungen interessiert war, wurde Yogatherapie mehr und mehr Teil meiner Tätigkeit.

Als ich 2011 meine Praxis und die Yogaschule aufgab, um mir eine Auszeit in Berlin zu gönnen und mich wieder ganz dem Improvisationstanz zu widmen, hätte ich nicht gedacht, dass ich bereits ein Jahr später wieder im Yoga und der Körperarbeit landen würde.

Ich lebe immer noch in Berlin und habe hier neben dem Tanz meine Leidenschaft und Berufung im Feld der somatischen Methoden gefunden.

Nach Fortbildungen in BodyMindCentering, Laban und Bartenieff Bewegungsstudien, in authentic movement und Klein technique beschäftige ich mich seit drei Jahren fast ausschliesslich mit Klein technique und schliesse im März meine Ausbildung zur Klein technique Lehrerin ab.

Somatische Methoden mit Yoga zu verbinden war eine ganz natürlicher Folge. Yoga hat für mich seither an Tiefe gewonnen und erfüllt mich täglich mit Freude. Mein Körper hat sich in dieser Zeit grundlegend verändert und ich unterrichte wieder mit Begeisterung.

Ich bin im Moment daran, ein Buch über meinen somatischen Yoga zu schreiben und forsche und praktiziere mit Begeisterung und Hingabe.

Die Ausrichtung kommt von den Knochen, die Bewegung kommt von den Muskeln. Wir sind es gewohnt, die Ausrichtung mit den Muskeln zu machen, anstatt anzuerkennen, dass es die Bewusstheit der Knochen ihrer selbst ist, welche die Ausrichtung darstellt. Embryologisch kreieren die Knochen die Architektur und die Muskulatur kommt erst später dazu, wenn die Architektur fast fertig ist und kreiert die Bewegung. Die Muskeln werden automatisch mit einbezogen wenn die strukturellen Elemente sich selber wahrnehmen.

Bonnie Bainbridge Cohen

Ich kann alle meine Körperteile am richtigen Ort haben und trotzdem nicht ausgerichtet sein,
solange keine kohärente Beziehung im Innern besteht.

Amy Matthew

Somatics" sind Methoden, die auf dem Körperlichen basieren und aus der Erfahrung kommen, aus der Intuition, dem inneren Wissen des Körpers, und nicht von Körperarbeit, wo jemand an dir von aussen arbeitet und wo du selber völlig passiv bleibst."

Amy Matthew